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Schneelastzonen in Deutschland: Zone nachschlagen, Sonderfälle und Höhenlage

Deutschland ist nach DIN EN 1991-1-3 mit Nationalem Anhang in die Schneelastzonen 1, 1a, 2, 2a und 3 eingeteilt. Welche Zone für deinen Ort gilt, steht nicht in einer Faustregel, sondern in einer Tabelle des Deutschen Instituts für Bautechnik, Gemeinde für Gemeinde. Die Tabelle nennt nur die Zone und keinen Wert. Für Zone 2 nennt das Bautechnische Prüfamt Brandenburg mindestens 0,85 kN/m² in niedrigen Lagen; mit der Geländehöhe steigt die Last.

von der Redaktion aktualisiert am 11. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste vorab

Deine Schneelastzone schlägst du in der Tabelle „Zuordnung der Schneelastzonen nach Verwaltungsgrenzen“ des Deutschen Instituts für Bautechnik nach: Bundesland wählen, Landkreis suchen, Zone der Gemeinde ablesen. Die Tabelle nennt die Zone, keinen Wert. Belegt ist aus einem amtlichen Merkblatt: In Zone 2 beträgt die Schneelast am Boden in niedrigen Lagen mindestens 0,85 kN/m². Mit der Geländehöhe steigt die Last; den Wert für dein Grundstück nennt das Bauamt.

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Was eine Schneelastzone ist

Eine Schneelastzone ordnet einem Gebiet einen Rechenwert zu: die charakteristische Schneelast am Boden, kurz s_k, in Kilonewton je Quadratmeter. Tragwerksplaner bemessen damit Dächer. Das Bautechnische Prüfamt des Landes Brandenburg beschreibt den Wert in seinem Merkblatt als Größe mit einer mittleren Wiederkehrperiode von 50 Jahren. Es ist also kein Durchschnittswinter gemeint, sondern ein seltener, schwerer.

Die Zonen heißen 1, 1a, 2, 2a und 3. Die Karte dazu steht im Nationalen Anhang der DIN EN 1991-1-3. Für den Alltag wichtiger ist die Tabelle, die aus der Karte abgeleitet ist und jede Gemeinde nennt.

Für deinen Hardtop-Pavillon ist die Zone die eine Hälfte des Vergleichs. Die andere ist die Schneelast, die der Hersteller für das Dach nennt. Beides zusammen behandelt die Hauptseite Schneelast beim Pavillon.

So findest du deine Zone

Das Deutsche Institut für Bautechnik veröffentlicht die Tabelle „Zuordnung der Schneelastzonen nach Verwaltungsgrenzen“ als Excel-Datei, Stand 7. Februar 2023. Der Link steht in den Quellen. Die Erläuterung in der Datei beschreibt das Vorgehen so:

  1. Blatt des Bundeslands öffnen

    Die Datei hat ein Tabellenblatt je Land, von Schleswig-Holstein bis Thüringen, dazu ein Blatt mit der Erläuterung.
  2. Landkreis oder kreisfreie Stadt suchen

    Liegen alle Gemeinden eines Kreises in derselben Zone, steht dort „alle“ und die Zone. Sonst sind die Gemeinden einzeln aufgeführt, oder der Kreis hat eine Hauptzone und die Ausnahmen stehen namentlich dabei.
  3. Fußnoten lesen

    Dort stehen Sonderfälle: das Norddeutsche Tiefland, der Harz, Exklaven in Rheinland-Pfalz, neue Zuordnungen in Bayern. Für einige wenige Gemeinden nennt die Tabelle statt einer Zone direkt einen Wert der Schneelast.
  4. Geländehöhe ermitteln

    Die Zone allein genügt nicht. Du brauchst die Höhe deines Grundstücks über dem Meeresspiegel, zum Beispiel aus einer topografischen Karte.

Das Institut schreibt dazu, die Angaben seien mit Sorgfalt zusammengestellt; verbindlich seien die amtlichen Bekanntmachungen der Länder. Im Zweifel fragst du das Bauamt.

Beispiele aus der Tabelle

Die Zonen folgen nicht den Ländergrenzen. Einige Länder liegen ganz in einer Zone, in anderen wechselt sie von Gemeinde zu Gemeinde.

LandWas die Tabelle zeigtBeispiele
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Berlindurchgehend Zone 2, mit Fußnote Norddeutsches Tiefland (Helgoland: Zone 1)Kiel, Lübeck, Hamburg, Bremen, Berlin
Brandenburg, Saarlanddurchgehend Zone 2Potsdam, Cottbus, Saarbrücken
Niedersachsenim Nordwesten Zone 1, sonst meist Zone 2, im Harz Zone 3 und darüberEmden 1, Oldenburg 2, Region Hannover 2
Nordrhein-WestfalenZonen 1, 2 und 2a, eine Gemeinde in Zone 3Köln, Düsseldorf, Dortmund und Münster 1, Remscheid 2
Hessenüberwiegend Zonen 1 und 2Frankfurt am Main und Wiesbaden 1
Baden-WürttembergZonen 1 bis 2a, wenige Gemeinden in Zone 3Mannheim und Karlsruhe 1, Stuttgart und Freiburg 2, Freudenstadt 2a
Bayernalle Zonen von 1 bis 3, dazu in einzelnen Alpengemeinden eine Zone 3aNürnberg 1, München und Augsburg 1a, Rosenheim 2, Garmisch-Partenkirchen 2a, Berchtesgaden 3
SachsenZonen 2 und 3Dresden und Leipzig 2, Chemnitz 3
ThüringenZonen 2 und 3, vereinzelt 2aErfurt, Jena und Weimar 2, Eisenach 3
Mecklenburg-VorpommernZonen 2 und 3Schwerin 2, Rostock, Stralsund und Greifswald 3

Die Beispiele sind aus der Tabelle abgelesen, Stand 7. Februar 2023. Zwei Dinge fallen auf: Zone 3 gibt es nicht nur in den Alpen und Mittelgebirgen, sondern auch an der Ostseeküste. Und München liegt in Zone 1a, nicht in Zone 3.

Drei Sonderfälle aus den Fußnoten:

  • Harz. Für einzelne Ortsteile im Landkreis Goslar nennt die Tabelle „größer als Zone 3“ und einen eigenen Wert der Schneelast. In Gemeinden der Zone 2 am Harzrand ist oberhalb einer bestimmten Höhenlinie Zone 3 anzusetzen.
  • Bayern. Bei fast allen bayerischen Gemeinden verweist die Tabelle auf ein Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse zusätzlich zu berücksichtigen sind; für einige Landkreise im Alpenraum stammen die Zonen direkt daraus, darunter eine Zone 3a, etwa für Reit im Winkl und Ruhpolding. Dort gelten Sonderregeln des Freistaats; einen Wert nennen wir nicht. Frag dort das Bauamt.
  • Norddeutsches Tiefland. Siehe unten.

Was die Zone über die Last sagt

Die Tabelle des Instituts ordnet nur zu; Werte in kN/m² stehen dort nicht. Die Werte und Formeln stehen in der Norm DIN EN 1991-1-3 mit Nationalem Anhang, die wir nicht eingesehen haben. Wir geben sie deshalb nicht wieder und nennen nur, was in einer amtlichen Quelle steht.

Für Zone 2 ist das ein Wert: Brandenburg liegt vollständig in dieser Zone, und nach dem Merkblatt des Bautechnischen Prüfamts ist dort wegen der Topografie des Landes immer der Mindestwert von 0,85 kN/m² maßgebend. 1 kN/m² entspricht rund 102 kg/m², es sind also rund 87 kg/m².

Warum die Höhenlage zählt

Viele Ratgeber nennen für jede Zone eine feste Zahl. Das ist ungenau: Die Zahl ist ein Mindestwert für niedrige Lagen, und mit der Geländehöhe steigt die Last. Zwei Orte derselben Zone können deshalb sehr unterschiedliche Werte haben. Den Wert für dein Grundstück nennt das Bauamt oder ein Tragwerksplaner. Der Rechner auf der Hauptseite Schneelast beim Pavillon kennt keine Zonen; er rechnet nur Schneehöhe und Schneeart in kg/m² um.

Die Werte gelten für Schnee am Boden. Für ein Dach rechnet die Norm sie mit einem Formbeiwert um, der von der Dachform abhängt; das Brandenburger Merkblatt gibt die Gleichung als s = μ · s_k wieder. Diesen Formbeiwert rechnen wir nicht ein.

Norddeutsches Tiefland: der Faktor 2,3

In der Tabelle tragen viele Kreise im Norden die Fußnote „Norddeutsches Tiefland“: ganz Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Berlin, große Teile von Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Für Standorte der Zonen 1 und 2 mit dieser Fußnote ist nach der Erläuterung des Instituts zusätzlich der Nachweis für den 2,3-fachen Wert der charakteristischen Schneelast als außergewöhnlicher Lastfall zu führen.

Das ist eine Vorgabe für die Statik von Gebäuden und kein Wert, den du mit einer Zahl aus einem Angebot vergleichen sollst. Sie zeigt aber, dass der niedrige Zonenwert im Norden kein Versprechen für jeden Winter ist.

Was du mit der Zone anfängst

  1. Zone und Geländehöhe notieren. Den Wert dazu nennt das Bauamt; ausrechnen lässt er sich auf dieser Website nicht.
  2. Mit der Schneelast des Pavillons vergleichen. Schritt für Schritt zeigt das die Seite Reicht die Schneelast für meine Zone?
  3. In Zentimeter übersetzen. Wie viel Schnee einer Last entspricht, hängt von der Schneeart ab; das steht unter Wie viele Zentimeter Schnee hält ein Hardtop-Pavillon aus?
  4. Räumen planen. Liegt die Herstellerangabe unter dem Wert für deinen Ort oder fehlt sie, räumst du früh. Wie du misst, was wirklich auf dem Dach liegt, zeigt die Seite Schneelast berechnen.

Welche Pavillons mit festem Dach für das ganze Jahr infrage kommen, zeigt die Kaufseite Winterfester Pavillon. Die Begriffe Schneelast, kN/m² und Schneelastzone erklärt das Glossar.

Nachgefragt

In welcher Schneelastzone liegt mein Wohnort?

Das steht in der Tabelle „Zuordnung der Schneelastzonen nach Verwaltungsgrenzen“ des Deutschen Instituts für Bautechnik, Stand 7. Februar 2023. Sie hat ein Blatt je Bundesland und ordnet Landkreise oder einzelne Gemeinden einer Zone zu. Beispiele aus der Tabelle: München 1a, Köln 1, Hamburg 2, Berlin 2, Stuttgart 2, Dresden 2, Chemnitz 3, Rostock 3. Verbindlich sind laut Institut die amtlichen Bekanntmachungen der Länder.

Gibt es eine Karte der Schneelastzonen?

Ja, die Zonenkarte ist Teil des Nationalen Anhangs zur DIN EN 1991-1-3. Die Norm ist kostenpflichtig, und wir bilden die Karte nicht ab. Für den eigenen Ort ist die Gemeindetabelle des Deutschen Instituts für Bautechnik ohnehin genauer als jede Karte, weil sie Gemeinden einzeln nennt und Ausnahmen in Fußnoten aufführt.

Was ist der Unterschied zwischen Zone 2 und Zone 2a?

Die Zonen 1a und 2a sind eigene Stufen neben den Zonen 1, 2 und 3. Welche Werte die Norm ihnen zuordnet, haben wir nicht an einer amtlichen Quelle gelesen und nennen es deshalb nicht. In der Tabelle des Instituts stehen zum Beispiel Garmisch-Partenkirchen und Freudenstadt in Zone 2a, München und Augsburg in Zone 1a.

Was bedeutet die Fußnote „Norddeutsches Tiefland“?

Für Orte der Zonen 1 und 2 mit dieser Fußnote ist nach der Erläuterung des Instituts zusätzlich ein außergewöhnlicher Lastfall mit dem 2,3-fachen Wert der charakteristischen Schneelast nachzuweisen. Das betrifft die Statik von Gebäuden und ist Sache eines Tragwerksplaners. Für dich heißt es: In diesen Regionen kann in seltenen Wintern deutlich mehr Schnee liegen, als der Zonenwert vermuten lässt.

Reicht es, wenn die Schneelast meines Pavillons über dem Zonenwert liegt?

Nur wenn du auch die Geländehöhe berücksichtigt hast und die Zahl des Pavillons belegt ist. Die 0,85 kN/m² der Zone 2 sind nur der Mindestwert für niedrige Lagen; in höheren Lagen ist die Last am Boden höher. Die meisten Zahlen in Angeboten sind ungeprüfte Anbieterangaben; eine Zusage für den eigenen Standort gibt nur der Hersteller mit Nachweis.

Belege und Quellen

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Redaktion hardtop-pavillon.de

Datenblätter, Normen und Bauordnungen – für den Garten übersetzt

Wir sind die Redaktion von hardtop-pavillon.de. Wir lesen Angebote, Datenblätter und Montageanleitungen von Pavillons mit festem Dach, rechnen Schneelasten nach der Normformel nach und schlagen die Fundstellen in den Landesbauordnungen nach.

  • Herstellerangaben mit Quelle
  • „Keine Angabe“ statt Schätzwert
  • Vergleich nach Datenblatt und Anleitung
  • Anbieterangaben im Impressum

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